Im Gespräch mit Francis Kleitz, Vorstandsmitglied von BS|ENERGY
Guten Tag Herr Kleitz,
wie kam es zu der Initiative „In Eintracht für Eintracht“?
Sportliche Erfolge sind natürlich auch vom Budget abhängig. Und im Stadion sind ein paar Investitionen fällig, das ist auch bekannt. Da lag es nahe, nach einem zahlungskräftigen Käufer des Stadionnamens zu suchen. Der damalige Name „Stadion an der Hamburger Straße“ war ja bei den Braunschweigern sowieso nicht beliebt und eigentlich hat jeder vom Eintracht Stadion geredet.
Aber es hat sich kein Käufer gefunden…
Das wäre nicht das Problem gewesen, aber dann kam diese Idee einer gemeinsamen Aktion auf. Und es gab den Wunsch, dass nicht ein großer Hauptsponsor die anderen Förderer “in die zweite Reihe verdrängt“. Das gab den Ausschlag für ein gemeinsames Engagement mit den anderen Sponsoren. Es gab eine Menge Telefonate und dann hatten sich fünf Braunschweiger Unternehmen gefunden, die bereit waren, die Rechte am Stadionnamen gemeinsam zu erwerben…
…und dem Traditionsstadion seinen früheren Namen zurück zu geben: Eintracht Stadion…
Ja, wir haben alle unsere Marketinginteressen hinten an gestellt. Sonst wäre es nicht gegangen. Aber BS|ENERGY sieht Sponsoring zwar auch als Teil des Marketings aber ebenso sehr als Investition in gesellschaftliche Akzeptanz und in das Gemeinwesen einer Stadt.
Damit stehen Sie und die anderen vier Unternehmen aber noch ziemlich alleine in Deutschland?
Was das konkrete Beispiel mit dem Stadion anbelangt, ja. Aber in der Stadtwerkebranche ist diese Sicht grundsätzlich etwas weiter verbreitet. Wir setzen alle auf unsere regionale Verwurzelung- die unterscheidet uns ja auch von den großen Energieversorgern.
Aber grundsätzlich verspricht sich doch jeder Sponsor etwas von seinem Engagement?
Natürlich. Deshalb war es uns auch wichtig, dass die Einnahmen aus dem Namensverkauf insbesondere dem Mannschaftsaufbau von Eintracht Braunschweig zu Gute kommen. Wir sind seit vielen Jahren Hauptsponsor der Eintracht und eine erfolgreiche Mannschaft verschafft auch den Sponsoren einen Imagegewinn.
Also wird es kein weiteres „In Eintracht für …“ geben?
Das will ich so nicht sagen. Aber natürlich wollen wir, dass die Braunschweiger sehen, was wir für diese Stadt tun. Und dafür müssen wir unseren Namen, unsere Marke im Bewusstsein halten. Wir stehen ja auch im Wettbewerb mit anderen Energieversorgern. Manche existieren nur als Online- Plattform. Die sind vielleicht zeitweilig einen Cent billiger, aber investieren nichts in diese Stadt.
Also Sponsoring als Werbung ?
Ja auch. BS|ENERGY macht ziemlich wenig Werbung auf Plakaten. Wir investieren diese Mittel lieber in den sportlichen, künstlerischen oder sozial-gesellschaftlichen Bereich. Aber das funktioniert nur, wenn viele Menschen unser Sponsoring auch wahrnehmen. Deshalb unterstützen wir ganz unterschiedliche Bereiche. Sportbegeisterte, Opernfreunde, Kunstliebhaber, Bürgerstiftung, Schulen – wir versuchen die gesamte gesellschaftliche Breite abzudecken.

