1923 Stadion an der Hamburger Straße
Als Eintracht Braunschweig am 15. Dezember 1895 gegründet wurde, dachte noch niemand an ein eigenes Stadion. Die Sportart Fußball musste sich erst noch durchsetzen.
Nach dem 1. Weltkrieg kristallisierte sich heraus, daß der Sportplatz an der Helmstedter Straße dem wachsenden Verein nicht mehr genügend Platz bot. Es wurde mehr Raum (auch für andere Sportarten) und eine bessere Verkehrsanbindung gefordert. Ein Gelände an der Hamburger Straße bekam den Zuschlag. Damals wuchs dort noch der Spargel und von der Endstation der Straßenbahn waren es noch zehn Minuten Fußweg. Am 17. Juni 1923 wurde das "Eintracht-Stadions" eingeweiht - mit einem Fußballspiel gegen den 1. FC Nürnberg. 15.000 Zuschauer sahen die 1:10-Niederlage der Eintracht. Im Oktober 1924 wurde die Haupttribüne fertiggestellt. Die maximale Zuschauerzahl füllte das Stadion am 31. oktober1937, als 24.000 Zuschauer das DFB-Pokalspiel gegen die Fußballegende Schalke 04 verfolgten und die Eintracht erst in der 119. Spielminute den entscheidenden Treffer zum 0:1 kassierte.
Im zweiten Weltkrieg blieb das Stadiongelände von den Bombenangriffen verschont. Am 4. Februar 1945 machte die Eintracht hier ihr letztes Fußballspiel, bevor der Verein vorerst aufgelöst wurde.
1945 - 1979 Oberliga Nord und Bundesliga
Nach dem Krieg diente das Stadion zunächst als Materiallager und Sportplatz der britischen Streitkräfte. 1950 wurde es generalüberholt. Bei der Wiedereröffnung am 13. August 1950 waren 30.000 Plätze vorhanden. Ein besonderes Ereignis erlebte das Stadion am 21. Mai 1955. An diesem Tag fand zum ersten und einzigen Mal das Endspiel um den DFB-Pokal in Braunschweig statt. Der Karlsruher SC besiegte den FC Schalke 04 vor 25.000 Zuschauern mit 3:2-Toren. Abgesehen vom Zwangsabstieg im Jahre 1952 sorgte die Eintracht in der Oberliga Nord für Furore. Dadurch konnte sich der Verein auch die erste Flutlichtanlage in Norddeutschland leisten. Dieser technische Vorsprung gegenüber anderen Vereinen in Norddeutschland war einer der Pluspunkte, die der Eintracht den Weg in die Bundesliga ebneten, die 1963 begann. In den ersten beiden Bundesligajahren wurde das Stadion mit Unterstützung der Stadt weiter ausgebaut. Nach dem Bau der Gegengerade mit 10.000 Stehplätzen und der Vortribüne unter der eigentlichen Haupttribüne mit 2.000 Sitzplätzen konnte das Eintracht-Stadion nun eine Kapazität von fast 40.000 Zuschauern vorweisen, die in den folgenden Jahren beim Gewinn der Deutschen Meisterschaft und dem Europapokal der Landesmeister auch voll ausgenutzt wurde.
1965 wurde das Gelände erweitert. Weitere Fußball-, Hockey- und Tennisplätze wurden gebaut. Für die folgenden Jahre waren nun genug Zuschauerressourcen vorhanden. Dennoch bestand das Stadion abgesehen von der Haupttribüne nur aus nicht überdachten Stehplätzen. Dem wurde 1976 mit der Grundrenovierung der Gegengeraden abgeholfen. Diese wurde überdacht und die untere Hälfte in Sitzplätze umgewandelt. Die Zuschauerkapazität reduzierte sich dadurch auf 35.000. 3,2 Millionen Mark wurden in das Projekt investiert.
1979 - 1993 Beinahebankrott durch Stadionausbau
Zum modernen Stadion fehlte nun nur noch eine neue Haupttribüne. Der Neubau wurde 1979 in Angriff genommen. Leider leitete er zugleich den finanziellen und sportlichen Abstieg der Eintracht ein. Die geplanten Kosten für das Projekt verdoppelten sich in der Realisierungsphase und 1981 stand der Verein vor dem Bankrott. Die Schulden waren auf zweistellige Millionenhöhe gestiegen und die Fußballmannschaft kickte nur noch in der zweiten Bundesliga. Der drohende Lizenzverlust wurde buchstäblich in letzter Sekunde abgewendet: Die Stadt Braunschweig erwarb durch die Übernahme der Schulden (11,9 Millionen DM) das komplette Vereinsgelände. In den folgenden Jahren wurden keine Veränderungen mehr am Stadion vorgenommen, da der Verein dauerhaft gegen seine Schulden zu kämpfen hatte. So verfiel die Bausubstanz immer weiter, Anfang der 90er Jahre wurde die Südkurve gesperrt, zeitweise auch einige Stehplätze in der Gegengeraden. Nur noch 20.000 Fans fanden im maroden Stadion Platz, während sich die Südkurve in einen grünen Garten verwandelte, auf der Büsche und Bäume in die Höhe sprossen.
Schon 1987 begann das Ringen mit der Stadt und dem Land um eine Generalsanierung der Gegengerade und der Kurven. Durch die Wiedervereinigung der Bundesrepublik und der DDR 1989 fielen die Zonenrandförderungen aus und verzögerten das Vorhaben um weitere Jahre.
1993 bis 2002: Moderne Multifunktionsarena
Nun mußte eine Lösung her, damit die Region Braunschweig wieder ein repräsentatives Stadion aufweisen konnte. Über Jahre zogen sich die Verhandlungen hin und erst im Juni 1993 fällte der Rat der Stadt Braunschweig endlich den Entschluß, die Stadionrenovierung zu unterstützen. 25 Millionen D-Mark wurden benötigt, 6 Millionen kamen von der Toto-Lotto-Gesellschaft und dem Land Niedersachsen. Bis November 1995 wurde das Stadion komplett umgebaut, neue Flutlichtmasten errichtet, die Südkurve abgerissen und mit überdachten Stehplätzen wieder aufgebaut. Die Gegengerade, die bisher 10.000 Steh- und 2.000 Sitzplätze bot, ist nun eine reine Sitzplatztribüne. Heute bietet das Stadion 10.000 überdachte Sitzplätze, 10.000 überdachte Stehplätze und ein modernes Umfeld, das auch internationalen Anforderungen gerecht wird.
Footballspiele und Konzerte
Von 1998 bis 2005 wurde die Arena durch die Stadtbad GmbH verwaltet. Seit einigen Jahren tragen die Footballer der „Braunschweig Lions“ hier ihre Heimspiele aus, häufig verbunden mit Konzerten. Das erste Open-Air Konzert fand am 3. Juni 1998 statt, als 16.000 Zuschauer den italienischen Superstar Eros Ramazotti bewunderten. Ihre hervorragende Tauglichkeit für Leichtathletikwettbewerbe hat die Arena inzwischen bewiesen, mehrere Landesmeisterschaften wurden ausgetragen. Im Juli 2000 fand an der Hamburger Straße erstmals die „Deutsche Leichtathletikmeisterschaft“ statt. Zu diesem Qualifikationswettbewerb für die Olympischen Spiele in Sydney wurde eine Videoleinwand installiert, die heute optimale Bedingungen für Präsentationen bietet.
(Quelle: Eintracht Braunschweig)
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Verwaltung durch die Stadthallen Betriebsgesellschaft
Seit dem 1. Januar 2006 wird das Stadion von der Stadthallen Betriebsgesellschaft betrieben, die mit der Stadthalle und der Volkswagen Halle die drei größten Veranstaltungszentren der Stadt und der Region leitet. Unter ihrer Regie wird im Sommer 2009 mit dem Um- und Ausbau des Stadions begonnen. Rund 27,5 Mio. Euro wird das Projekt kosten, für dann rund 25.000 Zuschauer.
Begonnen wird mit dem Ausbau der Nordkurve, später folgen Haupttribüne und der Bau des Eintracht-Gebäudes. Der Verein sei nach wie vor ein sportliches Aushängeschild und eine Anziehungsmarke in der Region, betont Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann, der dieses Projekt maßgeblich unterstützt. Eintracht Braunschweig besitzt nach Meinung des Oberbürgermeisters eine für die Stadt einzigartige Stellung, die auch eine gewisse Vorzugsbehandlung rechtfertige.
In Eintracht für Eintracht
Seit Juli 2008 heißt das Stadion wieder "Eintracht-Stadion". Unter dem Motto „In Eintracht für Eintracht“ versammeln sich fünf Braunschweiger Unternehmen, die dem Traditionsverein Eintracht Braunschweig über einen Zeitraum von drei Jahren finanzielle Unterstützung in Höhe von je 200.000 Euro zugesagt haben. Gleichzeitig haben sich die Öffentliche Versicherung, die Braunschweigische Landessparkasse, BS|Energy, die Volksbank BraWo und Volkswagen Financial Services beim Namensrecht zurückgenommen, so dass das Stadion ab sofort wieder „Eintracht Stadion“ heißt.












